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Der Polizist machte eine mechanische Geste, damit sie anhielten, aber sie konnten nicht halten. Sie transportierten auf dem Motorrad ein Pfund Rindfleisch. Und das ist sehr schwerwiegend.

Deshalb gab man Gas und steuerte das Wohnviertel an, um aus der Angelegenheit herauszukommen. Es war der 24. Februar 1996, und um 6.25 Uhr stieß das Motorrad gegen eine Einfriedung des Hauses an der Ecke der Avenida 105/ Straße 200 im Viertel La Lisa in Havanna-Stadt.

„Wissen Sie, ich bin 60 Jahre alt, aber nicht einmal während der Diktatur sah ich, wie jemand getötet wurde. Den Schuss gab man ihm an der Stelle selbst, wenn nicht, wäre der Tote der Beisitzer hinten gewesen. Aber als man an die Mauer stieß, sprang dieser ab und floh, bevor der Polizist schoss.

Die Kugel drang in die rechte Lunge, und er starb auf der Stelle. Es war ein 40jähriger Mann, grauhaarig, ein Weißer. Wenn ich Ihnen die Wahrheit sagen soll, das war ein Verbrechen.“  Ich stellte den Polizisten zur Rede. „Wie kommst Du dazu, eine Schießerei vor meiner Haustür anzufangen?“ Er antwortete mir nervös: „Ich hab ihn umgebracht! Aber bedenken Sie, bedenken Sie!“ Und ich sagte ihm: „Ja, es handelt sich um Fleisch, na und? Glaubst Du, dass das den Tod einer Person rechtfertigt? Das ist kein politischer Fall, sondern es geht um Gerechtigkeit, und ich hab meine Kinder, und ich möchte nicht, dass ihnen jemals so etwas passiert.

Zwei Brüder des Getöteten suchten  mich auf. Sie sind aus San Cristóbal, Provinz Pinar del Río. Ich erzählte ihnen, wie alles war. Ihnen hatte man gesagt, dass etwas auf der Autobahn passiert sei.

Kein Ermittler hat mich um eine Aussage gebeten.“

Aus: Raúl Rivero, Pruebas de contacto, Miami: Nueva Prensa Cubana 2003, S. 71-72.

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