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Michael  Najjar ¡Viva   Fidel!  -  eine  Reise  in  die  Absurdität.
Begleittext  zum  Fotoprojekt

Der kubanische Maler Vicente Bonachea sagte einmal zu mir: „das einzige, was wir Kubaner wirklich ernst nehmen, ist das absurde“.

Kuba ist nicht nur irgendein Land, es ist das letzte real existierende sozialistische Tropenparadies, anachronistisch, absurd, dadaistisch und surrealistisch, die Logik des Systems liegt darin, dass es keine Logik gibt. Ein Land, das sich jeglichem rationalen Verständnis entzieht.

Kuba ist ein Pulverfass und spätestens an dem Tag,  an dem Fidel Castro das zeitliche segnet, wird es explodieren. Auch jetzt schon glaubt man einen gewaltigen Schrei nach Veränderung zu hören, aber eine seltsame und unheimliche Stille erstickt den Schrei, man wartet, aber niemand weiß worauf. Kuba lebt nicht, Kuba überlebt.

In Kuba paart sich unbändige Lebensfreude mit Lethargie und Depression. Die Kubaner sind stolz auf ihre Revolución  und auf ihr Land, dennoch fliehen sie zu hunderttausenden und riskieren dabei ihr Leben. Sie lieben Fidel Castro und wünschen ihn gleichzeitig zum Teufel. Es gibt kaum noch Lebensmittel auf der Insel, aber auf dem Schwarzmarkt bekommt man für US-Dollar alles. Für die amerikanischen Oldtimer auf den Straßen gibt es schon seit Jahrzehnten keine Ersatzteile mehr, aber sie fahren immer noch. Kuba hat ein hervorragendes Gesundheitssystem, aber keine Medikamente, um die kranken zu behandeln. Kuba ist umgeben vom Meer, aber der Fischfang ist strengstens verboten. Es gibt auch jede menge Kühe und Rinder auf Kuba, aber Fleisch gibt es für Kubaner nicht. Der Diebstahl einer Kuh wird in Kuba mit 25 Jahren Knast bestraft!

„Wählt Ché“ steht auf den Hauswänden, obwohl die kubanische Legende schon seit 30 Jahren tot ist (oder etwa doch nicht?). Der  Máximo Líder  selbst ist seit Jahren nur noch medial auf dem Bildschirm präsent, möglicherweise könnte man ihn auf diese weise auch nach seinem Tod noch ein paar Jahre am leben erhalten ...

Kuba ist eine gefesselte Insel und eine Insel braucht keine Gitter, um ein Gefängnis zu sein. Dennoch bohren sich die Gitterstäbe jeden Tag ein Stückchen mehr in den Rücken der kubanischen Bevölkerung. Wie aber soll man die kubanische Realität in Bilder fassen, wie lässt sich das absurde dokumentieren?

Diese frage führte mich zu einigen grundsätzlichen Überlegungen in Bezug auf die Reportagefotografie: die Vorstellung, ein Foto sei ein korrektes Abbild der Wirklichkeit, existiert, seit es das Medium Fotografie gibt. Mit dem Aufkommen der neuen digitalen Technologien, insbesondere der Möglichkeit der digitalen Bildverarbeitung, wird unsere visuelle Wahrnehmungsordnung in ihren grundfesten erschüttert. Endlich!

(...)  Durch die digitalen Technologien eröffnet sich eine Chance, dem Betrachter Mittel und Werkzeuge in die Hand zu geben, um sich im komplexen Spannungsfeld zwischen `Wahrem’  und `Realem’  zurechtzufinden (...)  Der Einsatz digitaler Bildbearbeitungstechniken hat es mir ermöglicht, das absurde zu visualisieren. Die Arbeit „¡Viva Fidel! - eine Reise in die Absurdität“ setzt sich mit der Ästhetik des veränderbaren im elektronischen Zeitalter auseinander und sie tut dies ganz bewusst am Beispiel der Reportagefotografie.

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