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Die Lehre nach  Orlando Zapata Tamayo

Vor einem Jahr beschlossen die kubanischen Behörden den Hungerstreiktod des Inhaftierten Orlando Zapata Tamayo. Raul Castro spielte diesen Vorfall vor ausländischen Journalisten herunter. Er versuchte den Anschein aufrecht zu erhalten, dass seine Führung jenseits jeglichen Drucks sei und  dass er die Stimmen, die Veränderungen forderten ignorieren konnte.

Gegen die Erinnerung an Zapata Tamayo wurde vom Regime die Maschinerie losgetreten, die sie sich für die Diskreditierung von Gegnern vorbehält. Sie wandten Gewalt an gegen seine Mutter und seine Familie. Jeglicher Ausdruck von Trauer und Ehrwürdigung an seinem Grab wurde untersagt. Unregelmäßig aber stetig überwachte die Polizei Banes*.

Allerdings hat das Jahr inzwischen gezeigt wie falsch die von der Regierung vermutete  Unbeweglichkeit ist. Es hat gezeigt wie eine konzertierte Aktion einer entstehenden Zivilgesellschaft die Machthaber zu Veränderungen zwingen kann. Noch ziemlich unzureichende und wechselnde Veränderungen, die aber zeigen, wie Verhandlungen vorangetrieben werden können.

Der Tod von Orlando Zapata Tamayo und die nachfolgenden Aktionen der Dissidenten und Regimegegner haben das Image der kubanischen Regierung erheblich ins Wanken gebracht. Heute spricht die internationale Presse von einer konstitutiven Gewalt dieser Regierung. Kongresse, Parteien und Gewerkschaften aus verschiedenen Ländern, die bis vor kurzem sich nicht über die Lage in Kuba äußerten, haben jetzt ihre Sorge und Verurteilung zum Ausdruck gebracht. Und, wie von der Kritik an der kubanischen Regierung in der UN-Rassendiskriminierungskonvention belegt, ist nicht unbemerkt geblieben, dass viele Opfer der Repression der schwarzen Bevölkerung angehören.

Die Präsidentschaft von Raul Castro, die sich morgen zum dritten Mal jährt, setzt seine Politik der  Menschenrechtsverletzungen fort. Entlassene Häftlinge, die nach Hause zurückkehren, müssen mit Gewalttaten rechnen. Die Freilassungen bedeuten Exil oder Bewährungen. Das Engagement der Regierung für Änderungen ist nichts anderes als eine Farce oder zumindest zu ineffizient, um einer  Gesellschaft, die so dringend Veränderungen braucht, gerecht zu werden.

Unter diesen Umständen ist es wichtig, gemeinsam Druck auf die Regierung auszuüben,   solidarische Aktionen zu starten. Es muss verstanden werden, dass der Kampf pro Veränderung nicht nur auf das Ende eines diktatorischen Regimes zielt, sondern auch die Saat ist  für das in Gang bringen gültiger Aktionsprinzipien einer zukünftigen Gesellschaft.

Dies kann die Lehre sein, die wir aus dem Tod von Orlando Zapata Tamayo ziehen. Es gibt keine bessere Ehrung als die Umsetzung dieser Saat.

Artikel aus Leitartikel Diario de Cuba, 23.02.11

* Anmerkung: Im Städtchen Banes wurde Orlando Zapata Tamayo begraben. Es ist der Wohnort seiner Mutter.

Übersetzung: Patricia Guzmán