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Straflosigkeit, Befehl des Generals

Kaum hatte der General Raúl Castro seine Rede am ersten Augusttag vor den kubanischen Gesetzgebern beendet, da stürzten sich seine Anhänger bereits auf etwa zwanzig Menschenrechtsaktivisten im Osten des Landes. Es folgte die undifferenzierte Jagd. Alles, damit man Holguín nicht erreichen, nicht nach Banes zum Haus von Reina Tamayo kommen oder ihre Wohnungen verlassen sollte.

Die Telefone, mit denen wir gewarnt werden sollten, hörten nicht auf zu klingeln. Manche dachten an einen Schwarzen Sommer.

Es gab einige Hausarreste, es gab Prügel für Annie Sarrión, Aurelio Morales Ayala, Martha Díaz Rondón und Gertrudis Ojeda Suárez, als sie versuchten, zur Wohnung der unabhängigen Journalistin Caridad Caballero Batista in Holguín zu gelangen. Caridad selbst, ihr Ehemann und ihr jüngerer Sohn wurden verhaftet und geschlagen, und man versuchte, ihr eine Fotokamera abzunehmen.

Omar Wilson aus Moa, der versuchte, das Haus von Bekannten in Holguín zu erreichen, spürte den Militäreinsatz dermaßen, dass ein Rückfall seiner Krankheit unvermeidlich war. Er kam von der Straße, in der er verhaftet wurde, direkt ins Hospital, und dort blieb er mehr als achtundvierzig Stunden lang in kritischem Gesundheitszustand. Francisco Luis Manzanet [und][1] Carlos Manuel Hernández, die ihm beistehen und ihn begleiten wollten, verbrachten die Nacht in den kalten Zellen der G-2[2] von Holguín.

In anderen Fällen dauerten die Verhaftungen bis zum Nachmittag des 5. August an. Dennoch wurden an just diesem Tag in Santiago de Cuba fünf weitere Aktivisten verhaftet, noch bevor sie zum Gedenken an die tragischen Geschehnisse des Maleconazo 1994 demonstrierten.

Der kubanische Präsident hat zum erbitterten Kampf unter Kubanern aufgehetzt, als er wieder zum Pathos griff, dass es keine Straffreiheit geben werde. Während diejenigen, die sich derart verhalten, die Politische Polizei und ihre zivilen Helfer sind, olivgrün oder die Polizei selbst, die angeblich "National" oder "Revolutionär" heißt.

So dass es dafür die Straßen gibt, lauernd auf die erste Kundgebung oder das erste Zerwürfnis, begierig,  den [An]1pfiff aus den Kasernen der G2 zu hören.

Luis Felipe Rojas 10.08.2010

Artikel aus http://cruzarlasalambradas.wordpress.com/

Übersetzung: Heidrun Wessel

Anmerkungen d. Übers.

[1] Ergänzung durch die Übersetzerin

[2] kubanischer Geheimdienst